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CONTENT WORLD 2017

26. November 2017 in Online Marketing, Website & Content Marketing | keine Kommentare

Let’s have a look!

Meta-Alarm bei der Content World 2017 in Hamburg! Nicht nur, dass unseren Konferenz-Kids Julian, Josh und Dennis einmal mehr die ganze Welt des Content Marketings vor Augen geführt wurde; verstärkt widmete sich das Event in diesem Jahr auch der visuellen Welt in Form von Bild- und Video-Content. Na da lohnt es sich doch, einen Blick zu riskieren!

Der erste Eindruck

„Ein gutes Foto ist eines, auf das man länger als 1 Sekunde schaut.“ Mit diesem Zitat machte Klaus Eck in seinem Vortrag „Transmedia Storytelling mit Bildern“ unmissverständlich klar, wie nützlich visueller Content zu Zeiten immer kürzer werdender Aufmerksamkeitsspannen ist. An Bilder erinnern wir uns nun einmal am besten – und Bewegtbilder verstärken diese Wirkung sogar noch.

Echten Content-Cineasten entlockt eine solche Erkenntnis natürlich eher ein müdes Lächeln, schließlich gibt es die visuelle Verdichtung des Contents nicht erst seit gestern. Was also damit anfangen? Wie damit umgehen? Die Content World vermochte es leider nicht wirklich, diese Fragen innovativ zu beantworten

Kann das alles sein?

Ob Video, Bild oder Livestreaming – visueller Content wurde in vielen Vorträgen als DER Star der momentanen Content Welt gefeiert. Zur Untermauerung dieser Vorherrschaft wurden dann die üblichen Argumente wie Klickzahlen und User-Zahlen (Schon gewusst? Viele Menschen nutzen Facebook und Instagram!) sowie Lobeshymnen von Streamern oder Influencern herangezogen.

Wenig Neues ist jedoch wenig beeindruckend. Ist die Welt des Contents womöglich inzwischen zu groß, um wirklich in die Tiefe gehen zu können? Wir schauten genauer hin!

Und so geschah es, …

…dass das Stichwort Storytelling aufkam, um die Redundanzen der Content World 2017 aufzufrischen. Denn genau darum geht es bei gutem visuellen Content: einen emotionalen Kontext zu schaffen. Gemäß Benita Struve vom Marketing der Lufthansa verlässt die Interaktion des Kunden immer mehr die Grenzen der Social Media und kann verstärkt als Content Marketing Tool verwendet werden. „human centric“ nennt sich das dann, was mit der aktuellen Kampagne „#LifeChangingPlaces“ bildstark bewiesen wurde.

Sei es nun bei den Video-Clips der Lufthansa, die Fernweh mit individueller Entfaltung verbinden, oder beim Eck’schen transmedialen Storytelling, das die Chronologie einer Geschichte auf verschiedene Kanäle aufteilt, um mehr User und mehr Interaktion zu generieren, ganz ohne Text geht es letztendlich trotzdem nicht.

TEXT, TEXT, .TXT

„Exzellente Schreiber sind so wichtig wie Notfallchirurgen!“ Dieser Satz von Sabine Fäth, Gründerin von SCRIBERSHUB, ist Musik in den Ohren eines jeden Texters. Er klang aber auch bei den bildbezogenen Vorträgen der diesjährigen Content World immer wieder durch.

Menschenzentrierte Geschichten, gute Storylines und die dazu passenden, transmedialen Choreografien erfordern nämlich Recherche und eine Redaktion, die ihr Handwerk versteht, belastbar ist und sich flexibel gegenüber unterschiedlichen Situationen zeigt. Also keine Not-, sondern echte Tonfallchirurgen!

Zwischen Himmel und Hölle

Nachdem das Texterherz damit wieder glücklich gestimmt war, konnte sich abermals dem Treiben der Content World hingegeben werden. Neben abgedroschenen Web-2.0-Floskeln à la „Ein guter YouTube-Channel besteht aus einem regelmäßigen Format mit Mehrwert für die relevante Zielgruppe“ (You don’t say!) ist die Content World aber auch immer ein Garant für so manchen „Brain-Trigger“.

Wer würde schließlich schon von allein auf die Idee kommen, die Bibel als Content Marketing zu bezeichnen? Begründung: Sie erzählt Geschichten, um neue Mitglieder anzuwerben. So gehört bei der spannenden Diskussion zum Thema „Content Marketing & Journalismus: Eine riskante Kombination?!“ Übrigens: Auch hier tauchte das Storytelling auf, nämlich als gemeinsame Schnittstelle.

Künstliche Ökosysteme – bald schon ganz natürlich?

Doch genug von biblischen Zeiten, wie sieht denn eigentlich die Zukunft aus? Matthias Wesselmann von der ENGN GmbH sieht diesbezüglich einen Relevance-Shift auf uns zukommen: Während es zu Zeiten der klassischen Massenmedien – und teilweise auch noch heute – hauptsächlich um Präsenz in den Medien ging, rückt die Relevanz für die Zielgruppe immer mehr in den Fokus.

So weit, so bekannt – zumindest was den heutigen Omnichannel-Ansatz angeht, der eine hohe Reichweite verstärkt mit individuellen Kundenbezug verknüpft. Die Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz wird dies künftig zu ganzen Content-Ecosystems ausweiten, die autonom und data-based relevanten Content zum richtigen Zeitpunkt und auf dem geeigneten Kanal ausspielen werden. Hohe Reichweite bei höchstem Kundenbezug? Diese Ökologie macht’s möglich!

Im Reich der Sinne

Ein Fazit: Zukunftsinspirationen wie die von Herrn Wesselmann fehlen zuweilen noch etwas bei der Content World. Klar, die Branche darf sich mit Best Cases selbst feiern und auch für sich werben, doch für Future Cases braucht es nicht nur Inspiration, sondern an mancher Stelle auch etwas Handwerkszeug. Weniger „Ohren auf“ und mehr „Hands on“ wäre daher wünschenswert für die Content World 2018. Das wäre dann nämlich mal eine Content Weltausstellung „fürs Auge“!


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