Google for Jobs
Google for Jobs

Darum nutzen wir Google for Jobs fürs Recruiting

Man kann von Google halten, was man will: Es ist (und bleibt in nächster Zeit) die größte und mit Abstand meistgenutzte Suchmaschine – das gilt auch für die Jobsuche. In Deutschland wurden 2017 über 92 Prozent aller Suchanfragen (Desktop und mobil) über Google ausgeführt.[1] Da ist es naheliegend, auch Job-Angebote auf Google genauer anzusehen. Wir zeigen, was es mit Google for Jobs auf sich hat, wo die Vorteile liegen und für wen sich das Feature lohnt.

Veröffentlicht von
PHYLLIS FRIELING

„Jetzt auch noch Google?“

Warum Google for Jobs kein Hexenwerk ist

Stress lass nach: Personaler in Deutschland zuckten beim Gedanken an den Deutschlandstart von Google for Jobs zusammen. Noch eine Plattform, die gepflegt werden will! Eben nicht: Google for Jobs ist keine eigene Jobbörse, sondern eine Erweiterung der Suchmaschine. Sie greift auf bereits veröffentlichte Stellenangebote zurück. Anders als vergleichbare Meta-Suchmaschinen bietet Google for Jobs bisher keine Möglichkeit, die eigene Stellenanzeige finanziell zu pushen. Sie fungiert als reine Suchmaschine, die die passendsten Angebote präsentiert.

So gelangen Stellenangebote in die Suchbox

Wie Google for Jobs arbeitet

Google arbeitet nach eigenen Angaben mit einer Reihe von Partnern zusammen: den Verlagshäusern der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (stellenmarkt.faz.net) und Südwestdeutsche Medienholding, aber auch mit Jobbörsen und Plattformen wie Xing und Kununu, Monster, academics und jobs.zeit.de. Vor allem aber integriert Google for Jobs auch Stellenangebote von Karriereseiten unternehmenseigener Websites.[2] Wer keine Stellenanzeige auf der eigenen Karriereseite veröffentlicht, sondern ausschließlich auf Jobplattformen inseriert, sollte sich die gewählten Plattformen genau ansehen: Google for Jobs arbeitet nicht mit allen Portalen zusammen.

Website mit Stellenangebot weist auf Google-Symbol

Stellenanzeigen, die bei StepStone veröffentlicht werden, spielt Google for Jobs nicht aus. Wer hier nicht breit genug fächert, erscheint mit seinem Angebot mitunter gar nicht. Das ist vor allem wegen der Platzierung der Job-Box problematisch: Die Ergebnisse von Google for Jobs werden oberhalb der organischen Suchergebnisse angezeigt!

 

Wie aber werden die Stellenangebote meiner Website bei Google for Jobs gelistet? Dafür benötigt es vergleichsweise wenig Aufwand:

Google for Jobs: Kleine Veränderungen, große Aussichten?

Chancen und Risiken der Suchbox

Der Googlebot crawlt nicht nur Portale, sondern auch die Karriereseiten von Unternehmens-Websites. Jobsuchende müssen damit theoretisch (!) nicht mehr mehrere Portale und Plattformen durchsuchen: Alle relevanten Ergebnisse finden sie in Googles Suchbox. Wieso „theoretisch“? Weil die Websites auf Google for Jobs optimiert werden müssen. Diese Chance ist gleichzeitig auch eine große Gefahr: Etabliert sich der Gedanke, dass Google for Jobs sämtliche Stellenangebote findet, kann das langfristig Google-Nutzer veranlassen, sich ausschließlich oder hauptsächlich über Google for Jobs zu informieren. Unternehmen, die ihre Stellenanzeigen nicht mit entsprechenden Markups für Google for Jobs kenntlich machen, verpassen damit nicht nur Chancen – sie erreichen möglicherweise potenzielle Bewerber erst gar nicht.

 

Aber kommen wir zum Handwerk: Wie bei jeder SEO müssen die Inhalte richtig aufbereitet werden. Nur so erkennt sie Googles Crawler als relevant und stellt sie korrekt dar.

„Hallo Google, ich bin ein Job-Angebot!“

Wie Quellcodes Google for Jobs die Webseite erklären

Damit Google for Jobs erkennt, dass es sich um eine Stellenanzeige handelt, sind die strukturierten Daten wichtig. Mithilfe dieser Daten ordnen Suchmaschinen Informationen ein – auch Google, auch Google for Jobs. Strukturierte Daten zeigen einer Suchmaschine, worum es auf einer Webseite überhaupt geht. Dabei ist das Prinzip nicht neu: Google spielt auch Kinoprogramme und Events in gesonderten Boxen aus. Allgemein wird dafür ein Markup gesetzt, welches Maschinen lesen und einordnen können. Bereits die Kennzeichnung der Überschrift mit <h1> ist ein solches Markup: Webcrawler (darunter auch der Googlebot) erkennen so, welche Textbausteine Überschriften sind – und welche nicht.

Stellenangebot winkt mit einer Fahne

Dabei kann der Quellcode immer weiter strukturiert werden. Unterscheidungen von Kontaktdaten oder sozialen Kanälen werden mithilfe der structured data vorgenommen. Auch Produkte, Events oder Rezepte werden so ausgezeichnet, aber auch Breadcrumb-Navigationen (Beispiel: Home > Kategorie x > Beitrag 3). So werden Daten klassifiziert, damit Webcrawler die Seite nicht nur finden, sondern auch verstehen, einordnen und damit korrekt ausspielen können. Die Website bekommt ihre Struktur.

 

Für Google for Jobs heißt das konkret, dass die Website als „JobPosting“ kenntlich gemacht wird. Darüber hinaus macht Google auch inhaltliche Vorgaben:

An alles gedacht?

Richtlinien und Test Tool für Google for Jobs

Google hat eigene Richtlinien zur Formatierung der Stellenanzeigen veröffentlicht. Dabei geht es sowohl um technische als auch um formelle Kriterien. Wer sie befolgt, erhöht die Chance, in Googles Job-Tool gut zu ranken.

 

Google nennt als erforderliche Eigenschaften das Veröffentlichungsdatum, die Stellenbeschreibung, die Organisation (Unternehmensname), den oder die Standorte sowie den Jobtitel. Darüber hinaus empfiehlt Google weitere Angaben, etwa zum Gehalt.[3]

 

Kurzcheck für Google for Jobs

  • Die Webseite mit der Anzeige muss indexierbar sein.
  • Jedes Jobangebot ist mit den strukturierten Daten des Typs „JobPosting“ zu versehen.
  • Technische und formelle Kriterien müssen beachtet werden.

Übrigens: Es existiert ein Testing Tool von Google, mit welchem Webseiten unkompliziert geprüft werden können.

Was kann Google for Jobs?

(Liegengelassenes) Potenzial der Suchmaschine

Google for Jobs nimmt eine Filterfunktion ein und zeigt auch Jobs mit anderen Titeln, aber vergleichbaren Attributen an. Wir haben kurzerhand getestet: Sucht eine Person etwa nach „Marketing Consultant“, erscheinen auch Stellen für „SEO Consultant“ oder „Marketing Manager“. Das ist insbesondere in Branchen von Vorteil, in denen es viele Überschneidungen, häufig neue oder keine geregelten Jobbezeichnungen gibt. Die Sichtbarkeit steigt. Fehlerfrei funktioniert dieser Abgleich bei Weitem nicht. Feiner ausgearbeitet könnte er jedoch zum Vorteil avancieren. Was wir uns wünschen: mehr Möglichkeiten für Layout, Grafik und Co. Bisher schränkt Google for Jobs Design und Kreativität extrem ein. 

Desktop mit wechselnden Stepstone-Inhalten

Das ist vor allem für unbekanntere Unternehmen von Nachteil, die anderswo mit auffälligen Designs Aufmerksamkeit auf sich lenken und ihr Know-how bzw. ihre Arbeits- und Denkweise darstellen können. Auch die Emotionalität bleibt auf der Strecke – bei grundlegenden Entscheidungen wie der Jobsuche ist die aber wichtig, um authentisch und überzeugend aufzutreten. Das können andere Plattformen besser!

Wer keinen Umweg über Google gehen möchte, kann in den sozialen Medien potenzielle Bewerber direkt in ihrem Alltag ansprechen: Wie Social Recruiting funktioniert, erklären wir hier.

Kontroverse Reaktionen

Google for Jobs: Günstige Chance oder Machtmissbrauch?

Mitte August 2019 legten 23 Online-Stellenbörsen Beschwerde bei der EU-Kommission ein. Es geht darum, wie Google die Stellenausschreibungen präsentiert. Kritiker werfen Google vor, die Marktmacht auszunutzen, denn Google zeigt die auffällige Box oberhalb der organischen Suchergebnisse an. Üblicherweise stehen diese Platzierungen zum Verkauf.[4]

 

Den Jobportalen, die mit Google for Jobs zusammenarbeiten, dürfte die neue Funktion allerdings deutlich mehr Traffic einbringen: Immerhin ist keine Bewerbung direkt über das Feature möglich. User werden auf die Seite weitergeleitet, welche das Stellenangebot führt.[5]

 

Bereits im Juni 2019 hat ein Sprecher von StepStone – einer Plattform, die nicht mit Google for Jobs kooperiert – gegenüber Reuters bestätigt, dass die „Klicks, die von Google kommen“, zurückgehen. Zu diesem Zeitpunkt war Google for Jobs seit zwei Wochen in Deutschland verfügbar.[6]

Fazit: Google bleibt Suchmaschinen-Spitzenreiter

Google ist die Nummer 1 der Suchmaschinen – und bleibt das in absehbarer Zeit auch für Jobsuchende. Mit Google for Jobs existiert ein weiterer Weg, potenzielle Mitarbeiter zu erreichen. Dabei ist der Aufwand überschaubar, die Chancen und Reichweiten enorm. Das kostenlose Google for Jobs bietet derzeit keine Möglichkeit, das Ranking finanziell zu beeinflussen. Einzig die sehr eingeschränkten Design-Optionen stören uns am neuen Feature. Erste Bewerber fanden bereits über Google for Jobs ihren Weg auf unser Bewerberportal – der Anlauf ist geglückt. Bleibt abzuwarten, was Google tatsächlich abliefert.

Quellen

 

[1] Jens (2018): Verteilung der Suchmaschinen: Google verliert weltweit Marktanteile, war aber auch 2017 dominant, GoogleWatchBlog, Stand: 19.02.2020

 

[2] N. Zakrasek (2019): Neue Unterstützung bei der Jobsuche, Google Produkt-Blog, Stand: 19.02.2020

 

[3] Google Developers (2020): Stellenausschreibung, Stand: 07.02.2020

 

[4] C. Foo Yun & D. Paresh Hilker (2019): Exclusive: Google’s jobs search draws antitrust complaints from rivals, Technology News, Reuters, Stand: 19.02.2020

 

[5] Jens (2019): Google Jobs: Zwei Dutzend EU-Konkurrenten halten Googles Jobsuche für illegal und legen Beschwerde ein, GoogleWatchBlog, Stand: 19.02.2020

 

[6] Reuters (2019): Springer-Tochter Stepstone spürt die neue Konkurrenz „Google for Jobs“, Unternehmensnachrichten, Reuters, Stand: 19.02.2020

INTERESSE GEWECKT?

Für weitere Informationen zum Thema Google for Jobs, unserer Arbeitsweise und individuellen Angeboten, können Sie sich jederzeit gerne an uns wenden.

BJÖRN SCHNEIDER

Geschäftsführer

0421 27867-239

Weitere Beiträge

Das 1×1 der Content-KPI

Das 1×1 der Content-KPI

Sechs wichtige KPIs zur Content Performance: Erfahren Sie mehr über Seitenaufrufe, Unique Visitors, Verweildauer, Absprungrate, Inbound Links und Konversionsrate!

mehr lesen