Graspapier – mehr als eine gute Idee

In der letzten Woche erreichte uns Post von der C+G Papier GmbH aus Hennef, im Normalfall verschwinden Papiermuster bei uns relativ schnell im Schrank in der Papiermuster-Ablage. Die Idee von diesem Papier hat uns allerdings nicht nur überzeugt, sondern auch so begeistert, dass wir darüber einen Beitrag schreiben wollten.

 

Creapaper stellt hochwertige Papiere und Kartonagen aus Gras her. Wie wir alle wissen, wird herkömmliches Papier aus Holz bzw. Holzzellstoff hergestellt. Der Hersteller behauptet, man könne den heute genutzten Basisrohstoff Holz in Zukunft bis zu 60 % durch Gras ersetzen. Gras verfügt über alle notwendigen Eigenschaften, die man zur Papierherstellung benötigt. Zusammen mit erprobten Rezepturen aus Altpapier und Frischfasern wird dieses neue Papier in einem patentierten Verfahren hergestellt. Wissenschaftliche Tests haben ergeben, dass Graspapier gute Eigenschaften in den Bereichen Haltbarkeit, Reißfestigkeit, Hautverträglichkeit und Lebensmittelechtheit besitzt.

 

Den zur Papierherstellung benötigten Zellstoff gewinnt man aus Bäumen oder Altpapier. Für Holzzellstoff müssen Bäume gefällt werden, Graszellstoff wird hingegen immer wieder geerntet und die Pflanzen bleiben erhalten. Die Herstellung der Grasfasern für die Papierproduktion benötigt nur ein Viertel der CO2-Emissionen im direkten Vergleich zur Zellstoffherstellung aus Holz.

 

In Anbetracht der Tatsache, dass der größte Teil des in Deutschland verarbeiteten Holzzellstoffs aus dem Ausland wie Skandinavien, Kanada oder Brasilien kommt, liegt es auf der Hand, dass das benötigte Gras zur Zellstoffgewinnung in Deutschland wesentlich kürzere Wege zurücklegen muss. Also ein weiterer Energie-Spar-Aspekt, den wir besonders gut finden. Wenn wir unsere Äpfel aus der Region kaufen, können wir das mit unserem Papier doch auch, oder?

 

Die Anwendungen von Graspapier können gemeinsam ca. 80 % des Marktpotentials bilden. Von grafischen Papieren über Verpackungen bis hin zu Kartonagen ist alles möglich.

Der Hersteller verspricht in den nächsten Jahren mit Graspapier eine günstigere Alternative zum herkömmlichen Papier aus Altpapier oder reinem Holzzellstoff zu schaffen.

 

Das Projekt Graspapier steckt momentan noch in der Entwicklung. Zurzeit werden noch Kooperationen mit Partnern in der Papierindustrie sowie mit Landwirten und landwirtschaftlichen Organisationen aufgebaut. Die Herstellung von Prototypen im Bereich Packaging und Kartonagen steht auch noch aus.

 

Die Papiermuster, die wir erhalten haben, sind schon mal sehr vielversprechend: von 680 g/qm Vollpappe über Lebensmittelverpackungen bis hin zu Wellpappe und normalen grafischen Papieren ab 90 g/qm ist alles dabei. Besonders das 300 g/qm Papier aus 40 % Gras und 60 % Altpapier hat es uns angetan.

 

Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung dieses Projektes und freuen uns schon, evtl. bald die ersten nachhaltigen Kundenprojekte auf Grasbasis zu realisieren.